1000 zeichen die zimmer leeren sich eines nach dem anderen

1000 zeichen texte

2009

die zimmer leeren sich eines nach dem anderen. ein mamakind, ein papakind und ein kindkind sind schon nach hause gefahren,  ein mamakind, ein papakind und ein bauchkindkind reisen morgen ab. dann wird es wieder still sein im haus. es ist schön, wenn alle mamakinder, papakinder und kindkinder versammelt sind bei mama und papa. es ist schön, wenn alle mamakinder, papakinder und kindkinder wieder platz machen für mama und papa. die haben dann noch ein paar tage zeit für sich. Papa kann in der früh ein stündchen länger schlafen und mama lässt sich von papa zum essen ins restaurant einladen. da sitzen mama und papa dann und schauen sich in die augen und sind wieder jung. so jung wie die mama und papakinder, die schon nach hause gefahren sind. mama kommt der zurückgelassenen wäscheberg nicht mehr so hoch vor, papa sitzt am offenen feuer und liest in seinem tausendseitenroman ohne dabei einzuschlafen. mama und papa erzählen einander wie schön es mit den mamakindern und den papakindern war. mama seufzt beim bügeln,  hat schon wieder sehnsucht nach dem kindkind  und seiner lieben stimme. haben die papakinder nicht erst vor kurzem noch
mit solchen stimmen geredet? „kinderkinder, die zeit vergeht, “  sagt papa und legt einen scheit in die glut.